Der GAK 1902 gewinnt gegen UVB Vöcklamarkt mit 4:1. Diesen Triumph erlebten auch zwei ganz besondere Fans unserer Roten vor Ort mit.

Köln ist eine wunderschöne Stadt. Und der Krefelder FC, früher als Bayer Uerdingen bekannt, ein wunderbarer Fußballklub mit tollen Fans. Zwei davon verzichteten dennoch darauf, ihre Blauroten beim Match gegen die Kölner Fortuna anzufeuern. Stattdessen feuerten Rainer Starke und seine Lebensgefährtin Miriam Pijnenburg unsere Roten in Weinzödl an. Und um - frei nach dem ehemaligen römischen Kicker Julius Cäsar - ein kurzes Fazit gleich zu Beginn zu ziehen: Die beiden kamen, die beiden sahen, wir siegten!

Mit den Krefeldern verbindet uns eine - lange etwas eingeschlafene - Fanfreundschaft, die Anfang der 80er-Jahre bei einem Fanclubturnier in Deutschland begann. "Da war eben auch ein Team eines GAK-Fanclubs dabei", erzählt Rainer (62). Was man damals noch nicht wissen konnte: Jahre später teilte man das selbe Schicksal: Finanzielle Turbulenzen, sportliche Abstiege, Neuanfänge von ganz unten. Deswegen ist diese Freundschaft mittlerweile wieder sehr aktiv, deswegen weilten Rainer und Miriam nun zum ersten Mal in Weinzödl. Und der Ex-Tormann, seit mittlerweile 49 Jahren Fan seiner Krefelder, und seine Lebenspartnerin ("schreib', dass sie auch KFC-Fan ist!") haben da an diesem schönen Samstag in Weinzödl etliches zu sehen bekommen.

Da wäre mal der 2:0-Sieg unserer KM II gegen den JSV Mariatrost, vor einer Kulisse, die wir noch selten bei KM II-Matches hatten. Kein Wunder, feierte doch unser Marco Heil nach langer Verletzungspause wieder einmal ein Comeback. Die letzten 20 Minuten durfte der Marco ran und zeigte gleich, wie gefährlich er nach wie vor ist. Einfach nur schön! Noch schöner: Die ganze KM I schaute dem "Heili" zu, Lukas Graf, bester Kumpel Heils im Team verriet: "Ich bin nervöser, als ich es bin, wenn ich selbst spiele!" Wunderschön auch: Mit Florian Gruber und Manuel Bloder fieberten auch zwei Ex-Teamkollegen mit Marco Heil mit.

Ja, so ist sie eben, unsere GAK-Familie. Und manchmal kann sie einem schon mal "das Pipi in die Augen treiben" (Rainer) - dann nämlich, wenn man von GAK-Fans vor dem Match einen speziellen Fanschal und eigene "Pickerl" bekommt. Rainer und Miriam genossen die Zeit vor dem Match auf dem Vorplatz des "Club 1902" sehr. Denn es war einmal mehr großartig, was Edith und Wolfgang Mader und ihr Team da auf die Beine gestellt hatten.

Und dann sahen sie einen GAK, der ganz früh (3.) Minute in Führung ging. Marco Perchtold verwertete einen Elfer nach Handspiel eines Oberösterreichers, dem ein von der Querlatte abprallender Rother-Kopfball an die Hand fiel. Die Vöcklamarkter starteten also quasi mit einem 0:1 ins Spiel. Freilich: Von Aufgabe war da bei den stark ersatzgeschwächten Gegnern nichts zu sehen. Im Gegenteil: Bis knapp vor der Pause war das Ganze durchaus ein Duell auf Augenhöhe. Dann sorgte einmal mehr der in diesem Match großartig spielende Alexander Rother für Fast-Jubel in Rot: Zwei Kopfbälle (40. und 44.) verfehlten nur knapp das Tor.

Pause. Und eine solche legte unsere Abwehr auch zehn Minuten nach Wiederbeginn ein. Yannick Johnson verwertete ein Zuspiel von links zum nicht unverdienten Ausgleich. Ein Weckruf für unsere Roten - der Wecker schrie dabei ganz laut "Didi, Didi, Didi!". Das hörte auch Coach David Preiß und wechselte "Didi" Elsneg in der 59. Minute für Alex Bauer ein. Und unsere Roten entschieden, nicht auf "Schlummerfunktion" umzuschalten - nein, die waren ab sofort hellwach, womit Miriam und Rainer genau den GAK zu sehen bekamen, den wir ihnen zeigen wollten.

Alex Rother nach Hackinger-Vorlage per Kopf (72.), Elsneg nach tollem Rother-Pass per Fuß (74.) und noch einmal Rother mit einem echten Traumtor (siehe Video) in der 84. Minute sorgten für ganz klare Verhältnisse. Das alles sahen auch Rainer und Miriam. Was sie aber nicht sehen konnten, was gar keiner der fast 1.900 Fans sehen konnte, passierte nach dem Spiel. Das Media-Team des GAK entscheidet immer wenige Minuten vor dem Abpfiff, wer interviewt werden soll. Diesmal fiel unsere Wahl auf den "Man of the Match" Alex Rother, den - sehr sympathischen - Vöcklamarkt-Trainer Jürgen Schatas und unseren Verteidiger Dominik Derrant. Der Schreiber dieser Zeilen hat die Aufgabe, die Interviewpartner zu holen. Also ging es auf zu den Herren Schatas und Rother und dann auch noch zu Dominik Derrant. "Kommst du nach der Verabschiedung noch schnell zum Interview zu uns?", lautete die Standardfrage. Die völlig überraschte Antwort lautete hingegen: "Ich?" Ja, du, lieber Dominik. Denn eigentlich warst du der "Man of the Match" - gegen Steyr am Dienstag verletzt rausgehumpelt, nach dem Elferschießen nur auf einem Bein hüpfend mitjubelnd - und dann am Samstag 90 Minuten Vollgas gegeben. Genau dieser Einsatz ist es, der unseren GAK ausmacht. Danke!

Rainer und Miriam haben nach dem Match noch mit unseren Fans gefeiert. Sie hatten allen Grund dazu, hat doch auch der KFC in Köln gewonnen. Am nächsten Wochenende werden die beiden wieder ihre Krefelder anfeuern - und hoffentlich nur gute Worte über unsere Roten finden. Wir werden uns auf die lange Reise nach Gurten machen - dankbar, wie auch die Krefelder, dass wir wieder lange Reisen machen dürfen. Und dankbar, dass wir Freunde auch im Nachbarland haben, die eine noch viel längere Reise zu uns machten. Sie kamen, sie sahen, wir siegten. Denn:

WE ARE GAK!