Der GAK 1902 holt in Unterzahl in Gurten ein 2:2-Unentschieden. Wir machen unser Kreuz in der Kategorie "Matchbericht im Zeichen des Kreuzes" ...

Direkt gegenüber des Gurtener Sportplatzes befindet sich mit der Pfarrkirche hl. Stephan das Wahrzeichen des kleinen oberösterreichischen Ortes. Und wie es sich gehört, prangt an der Spitze des Kirchturmes ein Kreuz. Das Kreuz ist für uns das Symbolwort für dieses Match bzw. den Bericht darüber.

Anreisen musste man von Graz kommend über das Voralpenkreuz. Als man dann zum Platz fuhr, konnte man erste Blicke mit dutzenden Ordnungshütern kreuzen. Die hatten wohl befürchtet, dass sich Fans des SV Ried auch in Gurten einfinden würden.

Anpfiff! Auf dem extrem engen Platz in Gurten übernahmen die von der Bank mit dem Giebelkreuz-Logo gesponserten Gurtener von Beginn an das Kommando. Doch während dies nur dazu führte, dass man Warnschüsse auf das GAK-Tor abgab, lösten unsere Roten bereits in der 14. Minute den Toralarm aus. Freistöße aus 25 Metern müssen nicht unbedingt auch Chancen darstellen - es sei denn, man hat einen Sebastian Prattes in den eigenen Reihen. Wenn auch nur für nicht allzu lange Zeit - doch dazu später mehr. 

Prattes hämmerte den Ball unhaltbar für Goalie Felix Rudolf Wimmer ins Gurtener Tor. Doch schon drei Minuten später legten die Gurtener nach missglückter Einwurf-Abwehr unsere GAK'ler aufs Kreuz - Rene Wirth besorgte das verdiente 1:1. 

Doch offensichtlich animierte der Gurtener Ausgleichstreffer unser Team zu einer "Ihr-könnt-uns-mal-kreuzweise-Antwort" - denn wiederum drei Minuten später erhöhte Dominik Hackinger nach schöner Vorarbeit über mehrere Stationen und mit letztem Einsatz auf 2:1. Die eben noch himmelhoch jauchzenden Gurtener waren davon aber keineswegs zu Tode betrübt, scheiterten ein paar Mal an Patrick Haider und einmal auch an der Stange. Kurzum: Sie gaben weiter Gas. 

Ganz besonders in der 38. Minute. Bei einem schnellen Angriff der Gurtener kreuzten sich die Beine von Prattes mit Jakob Kreuzer (sic!). Prattes war leider der letzte Mann - und sah rot. Mehr als 50 Minuten mussten unsere Roten dann zu zehnt die Führung verteidigen. Wer gedacht hätte, sie würden nun zu Kreuze kriechen, irrte sich. Man kämpfte auch in der 2. Halbzeit tapfer weiter, kam - wie auch die Gurtener - zu Chancen, konnte aber keine verwerten. 

Zehn in blau-weiß angetretene Rote besiegen elf in rot-schwarz angetretene Gurtener - das wurde gegen Ende der Partie immer wahrscheinlicher. Und während in den Reihen der roten Fans vermehrt Stoßgebete gen Himmel gerichtet wurden, durchkreuzte Adil Kouskous alle Grazer Jubelpläne. Der - tatsächlich - gute Mann nahm sich in der 89. Minuten nicht nur ein Herz, sondern wohl gleich mehrere, und platzierte den Ball aus gut und gerne 30 Metern im - no, na! - Kreuzeck. 

Ein, das muss man einfach sagen, gerechter Lohn für die wirklich ansprechende Gurtener Leistung. Was man aber auch sagen muss: Etliche unserer Roten dürften in den nächsten Tagen noch Kreuz- und andere Schmerzen haben - gefightet wurde nämlich mit wirklich großem Einsatz. Großen Einsatz zeigten auch die Gurtener Verantwortlichen, die sich als toller Gastgeber erwiesen.

Am Ende bleibt ein Fazit: Der GAK 1902 bleibt Tabellenführer. So wie unsere Mannschaft auch psychisch gefestigt ist, ist das kein Kreuz, das wir tragen müssen. Denn wir tragen es ja, weil wir das wollen. Und können. Denn:

WE ARE GAK!

P. S.: Tickets für das kommende Heimspiel gegen die "Gallier" aus Allerheiligen (13. 10., 18.30 Uhr) gibt es online, im Restaurant "Red Corner" und am Freitag (17 bis 19 Uhr) im "Club 1902".