Der GAK 1902 besiegt Bad Gleichenberg auswärts mit 2:0. Wir kontern auf dieses eher durchwachsene Spiel mit hoffentlich besseren Wortspielen.

Das war der Plan: Ein Wortspiel mit Fußball und Hochkultur zu Beginn dieses Berichtes. Die Gleichenberg-Arena und die Grazer Oper in einem Atemzug, sprich Satz, zu erwähnen. Die Auflage war da. Freilich: Da wurde die Rechnung ohne die roten Wirte gemacht. Aber der Reihe nach:

13 Uhr:

Da war einer! Und ein paar Minuten später konnte man sogar zwei sehen. Die Rede ist von Menschen am schmucken Bad Gleichenberger Hauptplatz. Sagen wir es mal so: Wer es gerne etwas belebter hat, wurde hier zumindest an diesem Samstagmittag nicht glücklich, eher sogar todtraurig. Es war diesmal eine besondere Ruhe, die in diesem besuchenswerten Ort herrschte. Es war die Ruhe vor dem GAK.

14 Uhr:

Der Hauptakteur des Wortspiels lief ein: Uwe Hölzl. Gebürtiger Grazer, lange schon in Gleichenberg wohnhaft und erfolgreicher Unternehmer. Elf Jahre lang (1979 bis 1990) und bis zur U21 GAK-Kicker und derzeit U10-Trainer in Gleichenberg. Äußerlich an diesem Tag ein Gleichenberger, wie die Jacke bewies. Innerlich aber schon mehr ein Roter. "Ein schwieriger Tag für mich, aber andererseits kann ich heute gar nicht verlieren", sagte er. Und aufgeregt war er - es war aber nicht so sehr das Match, das ihn leicht nervös machte. Er fiebert einem ganz besonderen Ereignis entgegen, welches heute (Sonntag) abends stattfindet. Uwe ist nämlich Mitglied der großartigen Band "SOLOzuVIERT", die ihr zehnjähriges Jubiläum heute in der Grazer Oper begeht, unterstützt von Freunden wie Andy Baum und Ulli Bäer.

 

15 Uhr:

Die Oper ist so gut wie ausverkauft, es gibt nur mehr ganz wenige Restkarten. Und sehr gut gefüllt war auch die Gleichenberg-Arena. 2.100 mehrheitlich rote Fans wollten sich den Rückrundenauftakt nicht entgehen lassen. Und spätestens an dieser Stelle des Berichtes wäre es gekommen, das Wortspiel mit der Hochkultur. Irgendwie so in die Richtung "Was man in der Grazer Oper sonntags auf musikalische Art erlebt, gab es samstags bereits fußballerisch in der Gleichenberg-Arena: Echte Kunst. Die Oper ist seit jeher ein Ort der Hochkultur, die Gleichenberg-Arena war es zumindest an diesem Samstag."

Tja, es müssen stattdessen andere Wortspiele herhalten: Die Leistung unserer Roten, bei denen diesmal Thomas Zündel den Part von Dominik Derrant einnahm und Kaliber wie Alex Bauer, Gerald Säumel und Marco Heil nicht zuletzt wegen der U22-Regelung gar nicht erst auf der Bank Platz nehmen durften, war nicht zum "Rean", aber an die "Guate alte Zeit" unserer Roten erinnerte sie halt auch nicht wirklich. Unsere Roten hätten bereits in der 10. Minute in Führung gehen können - der Ex-Gleichenberger Philipp Wendler überlupfte Tormann Rasim Memic, aber ausgerechnet Wendlers Bürokollege Michael Hochleitner köpfelte den Ball noch vor der Linie weg. Gleichenberg kam immer wieder Mal gefährlich vor das Tor von Patrick Haider, wie aber auch auf der Gegenseite kam dabei wenig Zählbares raus.

Für Zählbares hätte Marco Perchtold ganz knapp vor der Pause sorgen können, doch statt bis Drei konnten wir Fans nur bis Zwei zählen. Eins war das Handspiel von Daniel Rossmann im Strafraum der Gleichenberger, welches mit Rot bestraft wurde. Zwei war der dafür gegebene Elfer. Und Drei wäre das Tor gewesen, welches aber nicht fiel, da Marco Perchtold in die Mitte des Tores schoss, in der sich dummerweise auch Goalie Memic aufhielt. Egal, kann passieren.

Auch in der 2. Hälfte war es vorerst nicht Fisch, nicht Fleisch - oder nicht Oper, nicht Rock - , was unser GAK da ablieferte. Aber auch wenn es mal nicht so läuft, so ist da noch immer dieser entscheidende Unterschied zu allen Konkurrenten: Die wollen natürlich auch gewinnen, wir aber wollen es mehr. Zehn Gleichenberger kämpften wirklich aufopfernd gegen elf Rote - aber wenn halt einer dieser Roten (Thomas Zündel) neun Gleichenberger per langem hohen Ball überhebt und sich ein zweiter Roter (Dominik Hackinger) dazu entschließt, auch den letzten Gleichenberger (Memic) ebenfalls zu überheben, dann steht es halt 1:0 für unseren GAK.

Der dann auch wirklich Druck machte, besser ins Spiel kam, mit einem nicht gegebenen Elfer (Foul an Wendler/78.) haderte und dank des eingewechselten Daniel Geissler in der 93. Minute nach schöner Vorarbeit über mehrere Stationen alles klar machte.

Fazit: Wer weiß, ob an diesem Samstag die Gleichenberg-Arena nicht Geburtsort eines neuen "SOLOzuVIERT"-Songs wurde. Als Titel böten sich "Guat is gangen, nix is g'schegn" oder "I hob di trotzdem liab" an. 

Wir sehen uns am Freitag beim Match gegen die Amateure des Stadtrivalen (19 Uhr, Merkur-Arena)! Lasst uns alle gemeinsam zeigen, wie sehr wir unseren Klub lieben - denn (in Anlehnung an "SOLOzuVIERT"):

WIR SAN GAK!