Südslawischer Grazer AK
Aktuelles / Geschichte / Mike Rath / Montag 14.09.2026

Südslawischer Grazer AK

Der GAK ist nicht denkbar ohne jene Akteure, die auf dem Balkan geboren wurden.

Natürlich steht ganz oben Jahrhundertspieler Savo Ekmecic, doch die Symbiose von Graz und den Balkanländern reicht viel weiter zurück. Als der GAK 1902 gegründet wurde, waren bekanntlich das Küstenland/Istrien, Dalmatien, Slawonien, Bosnien und die Herzegowina noch Teil der Habsburger-Monarchie und damit überall auch deutschsprachige Beamte, Ingenieure, Händler, Industrielle etc. tätig. So verwundert es nicht, dass auch die Vereinsgründer Julius (*1889) und Rudolf (*1887) Stanger in Mostar geboren sind, wo ihr Vater, ein Baumeister, damals beruflich tätig war.

Graz war aber auch Universitätsstadt für Studierende aus den Balkanländern und blieb dies auch, als die Österreichisch-Ungarische Monarchie längst Teil der Geschichte geworden war, wodurch mancher „Legionär“ zu den Roten fand. Desgleichen waren wirtschaftliche Verflechtungen ein Grund, warum – wenn auch in spärlicher Anzahl – Spieler vom Balkan dem GAK beitraten.

Aber auch der Verein selbst war schon seit den Gründungstagen am Balkan präsent. Ein Spiel gegen eine Zagreber Mannschaft, das vom Verband nicht genehmigt worden war, führte schließlich zu einer Sperre des GAK und in weiterer Folge war es ein Baustein, der zur Gründung des „Deutsch Alpenländischen Fußballverbandes“, dem Vorläufer des StFV führte. Schon in den ersten Jahren und auch nach dem Ersten Weltkrieg unternahm der GAK regelmäßig Wettspielreisen/Tourneen auf den Balkan: Dalmatien, Sarajewo (Oktober 1920), die große Balkanreise im Sommer 1926 mit Stationen in Belgrad, Sofia und Novi Sad, das regelmäßige Spiel gegen Hajduk in Split (1914, 2x1920, 2x1921, 2x1925, 2x1927, 2x1928) sowie natürlich die zahllosen Begegnungen in Maribor/Marburg und Zagreb mit dort beheimateten Teams.

Dazu kamen auch Bewerbsspiele im Europapokal (Messestädtepokal 1964 gegen NK Zagreb; UEFA-Cup 1996 gegen Vojvodina Novi Sad) oder Mitropacup (1970 gegen NK Maribor, der Sieger des damaligen Bewerbes war übrigens Celik Zenica) sowie dem Intertoto-Cup (1997 gegen Hrvatski Dragovoljac Zagreb, 1988 gegen Vojvodina Novi Sad, 1977 gegen NK Rijeka).

Rund ein Fünftel der rund 500 internationalen Spiele unseres Vereins seit dem Zweiten Weltkrieg fanden gegen Teams aus Jugoslawien und dessen Nachfolgestaaten statt, vor 1945 waren es mehr als ein Drittel der deutlich über 200 Begegnungen.

Fakt ist – aus den über 50 „Legionären“ lässt sich mehr als ein Rotes Dream-Team bilden:

Tor:
Ekmecic, Ravnic

Verteidigung:
Vukovic, Tokic, Kek, Devescovi, Rajkovic

Mittelfeld:
Anicic, Bazina, Ceh, Vidovic, Milinkovic

Sturm:
Naumoski, Pamic, Skoro

Die Jahrhundertspieler

Natürlich muss am Anfang Savo Ekmecic stehen, der zum Jahrhundertspieler des ersten GAK-Jahrhunderts gewählt wurde. Das ist einerseits nicht verwunderlich, ist Savo doch nicht nur ein langjähriger Stammspieler, der für unseren Verein 269 Spiele ohne je ein- oder ausgewechselt worden zu sein in Folge bestritt. Andererseits wurde Savo von einer Fangeneration online gewählt, die ihn selbst nicht mehr zwangsläufig als Aktiven erlebt hatte – ein Zeichen, dass er eine rote Identifikationsfigur ist, wie es nur wenige gibt.

Der Jahrhundertspieler steht für hervorragende Abwehrtaten im Roten Tor, er steht für „Schmäh“ (es sei ja kein Zeitschinden, dass er nicht schneller ausschießen könne, liege an seinem vorgerückten Alter …) und Augenzwinkern (die GAK-Spieler hätten nach dem Training meist nur kaltes Wasser zum Duschen …) und ist ein Fundus von Anekdoten, die er gern zum Besten gibt: von der durchzechten Nacht in einem Sturm-Lokal vor einem Derby (das der GAK gewann) über seine Auseinandersetzungen mit den Fans des Stadtrivalen … auch für jene ist Savo der personifizierte Rote, sozusagen das rote Tuch.

Ekmecic wurde 1948 in Mostar geboren und spielte in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo – wie auch eine weitere GAK-Ikone – für den dortigen FK. Über Vermittlung des Sturm-Goalies Refik Muftic kam er mit 29 Jahren 1977 ins Tor der Roten, das er bis 1985 hüten sollte. Der Höhepunkt war zweifellos der Gewinn des Cuptitels 1981.

Heute ist Savo selbst Fan: er drückt seinem Enkel David die Daumen, der bei den Jugendspielen in Skopje 2025 im Brustschwimmen antrat und so einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde.

Der andere Jahrhundertspieler ist wohl der international gesehen hochkarätigste GAK-Akteur, auch wenn er nur kurz für die Roten kickte: Bernard Vukas (1927 – 1983) wurde mit Hajduk Split (615 Spiele, rund 300 Tore, Torschützenkönig 1955) drei Mal jugoslawischer Meister (davon 1950 ohne eine einzige Niederlage), gewann zweimal Olympiasilber mit dem Nationalteam (1948 und 1952), für das er 58 Spiele bestritt, in denen er 22 Tore erzielte, und wurde in die FIFA-Weltauswahl berufen. Der in Zagreb geborene Weltklassespieler wurde vom Kroatischen Fußballverband zum „besten kroatischen Fußballspieler aller Zeiten“ gekürt und von der Tageszeitung Vecernji list gar zum „Sportler des Jahrhunderts“ gewählt. Er verstarb 55jährig an einem Herzinfarkt und nach ihm sind Straßen in Zagreb und Split benannt.

In Österreich spielt Vukas im Herbst seiner Karriere, darunter in der Saison 63/64 für den GAK (gemeinsam mit dem aus Montenegro stammenden, von Celik Zenica gekommenen Milan Zekovic, der bei uns als Spielertrainer seine Karriere beendete). Die Saison verlief jedoch durchwachsen und es reichte lediglich zu Rang 10, nur einen Punkt vor Absteiger Sturm Graz, nachdem der GAK zuvor 6. gewesen war und auch im Messestädtepokal gespielt (und gegen NK Zagreb deutlich verloren) hatte (allerdings war die Teilnahme daran nicht an das Erreichen eines Tabellenplatzes gebunden). Da Vukas Teil einer wahrhaft legendären GAK-Mannschaft gewesen war (Sgerm, Koleznik, Frisch, Ninaus, Stessl, Klug, …) geht es bis heute etwas unter, dass da einer der weltbesten Fußballer eine Saison lang in Graz zu bestaunen war.

Maksimir-Stadion Zagreb, Messepokal, 24.9.1964, GAK in Weiss
Maksimir-Stadion Zagreb, Messepokal, 24.9.1964, GAK in Weiss Fischer/Sammlung GAK 1902

„Weltberühmt in Österreich“ – die Riege der herausragenden Verteidiger

In der Liste vieler unserer besten Verteidiger aller Zeiten spiegelt sich jugoslawische Fußballkultur und auch die Geschichte des gewaltsamen Endes des südlichen Nachbarn. Serben wie Stojadin Rajkovic, der bosnische Kroate Mario Tokic, der kroatische und österreichische Teamspieler Zeljko Vukovic, der legendäre slowenische Spieler und Trainer Matjaz Kek sowie der Istrier Angelo Devescovi haben über Jahre nicht nur ihre Treue zum GAK unter Beweis gestellt und Gegentore verhindert, sondern auch für legendäre Tore (die Kracher von Kek, der Dropkick von Tokic in Anfield, …) gesorgt. Rajkovic betreute den GAK in der schwierigen „Findungsphase“ nach dem Zwangsabstieg in die Regionalliga auch als Trainer. Zeitgleich war Matjaz Kek Teamchef Sloweniens, in dessen erstem Länderspieljahr er dem Team 1992 auch als Spieler angehört hatte. Neben der Amtszeit von 2007 bis 2011 (49 Spiele, zweitlängste Amtszeit eines slowenischen Teamchefs, Qualifikation für die WM 2010) betreute er das Nationalteam auch von 2018 bis 2025 (75 Spiele, längste Amtszeit eines slowenischen Teamchefs, Qualifikation für die EM 2024). Srecko Katanec, unter dem Sloweniens erste goldene Generation um Ales Ceh und Zlatko Zahovic sich für die EM 2000 und die WM 2002 qualifizierte, ist mit 47 Spielen übrigens hinter Kek II und Kek I der am drittlängsten amtierende Trainer.

Doch zurück zum GAK: unsere südslawische Verteidigung bringt es auf knapp 590 Spiele in der ersten und zweiten Liga (die meisten Erstligapartien weist „Vuko“ mit 138 auf, insgesamt hat „Rajko“ mit 149 Einsätzen die Nase vorn) und hat dabei 40 Tore erzielt.

Bazina – Ceh – Vidovic

Es gibt weder einen passenden Superlativ, noch eine „Kategorie“ für die Weltklassetechniker, die das Spiel des GAK geprägt haben und die auch der GAK ein Stück weit geprägt hat. Ales Ceh war während seiner GAK-Zeit nicht nur slowenischer Rekordnationalspieler (ab Länderspiel 1 des jungen Staates insgesamt 74 Partien und Teilnahme an der WM 2002 und der EM 2000, wo er im entscheidenden Gruppenspiel die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führte), sondern spielte in 10 Jahren unglaubliche 287 Spiele für unseren Klub. Das Abschieds- bzw. Ablösespiel für Ales gegen NK Maribor war zugleich das letzte in der Körösistraße gespielte Match. Ceh bedankte sich beim Verein mit dem souveränen Meistertitel (17 Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten Villacher SV), den der GAK unter ihm als Trainer in der Regionalliga Mitte 2011/12 errang.

Mario Bazina war mit Ceh und Tokic bestimmender Spieler der erfolgreichsten Jahre des GAK und sammelte eifrig Titel und internationale Erfolge mit den Roten: Cup 2002 und 2004, Meistertitel 2004, Spieler des Jahres 2005, Erreichen des Sechzehntelfinales gegen Middlesbrough FC im UEFA-Cup (CL-Quali gegen Liverpool; Gruppenphase mit AZ Alkmaar, Amica Wronki, AJ Auxerre und Glasgow Rangers). Der gebürtige Bosnier (Siroki Brijeg) Bazina wurde nach der enttäuschenden WM 2002 (Ausscheiden in der Gruppenphase des Dritten von 1998) auch in die kroatische Nationalmannschaft für die Länderspielpremiere gegen Wales einberufen.

Wie Ceh in den 90ern und frühen 2000ern prägte Zelimir Vidovic in den 80ern das Spiel des GAK. Der in Sarajewo geborene Bosnier kam – wie Savo Ekmecic – vom FK Sarajewo zu den Roten, wenn auch über einen kurzen Zwischenhalt bei Eintracht Wels. Vidovic glänzte durch Eleganz, Übersicht und ein exzellentes Auge für den richtigen Pass. Selbst im grausamen und chaotischen Krieg in seiner Heimat verstand es der bosnische Serbe, auf der richtigen Seite – jener der Menschlichkeit – zu stehen und wurde dafür von den die Stadt angreifenden Serben ermordet und in einem namenlosen Grab verscharrt. Erst nach Jahren wurden seine sterblichen Überreste identifiziert und feierlich bestattet. Nicht nur als Fußballer, auch als Mensch war Vidovic stets Vorbild und ist es bis heute.

Stojadin Rajkovic gegen den Wr. Sportclub, 8.10.1991
Stojadin Rajkovic gegen den Wr. Sportclub, 8.10.1991 Fischer/Sammlung GAK 1902

Große Hoffnungen – bleibende Glanzlichter

Zugegeben, die herausragenden Stürmer des GAK kamen selten aus (Ex-)Jugoslawien. Zwar waren deren Verpflichtungen stets mit großen Erwartungen verbunden, die jedoch nicht durchgehend erfüllt wurden. Die drei Ausgewählten stehen dafür auch sinnbildlich, gelang es doch jedem von ihnen, für bleibende Glanzlichter der Vereinsgeschichte zu sorgen, auch wenn die bedeutendsten Angreifer der Roten andere waren.

Alle drei erlangten jedoch Kultstatus: der Nordmazedonier Naumoski wegen seiner Nähe zu den Fans und seinen Verrücktheiten, Pamic wegen der Derbytore und des Schalters, den er in den Spielen gegen den Stadtrivalen einfach umlegen konnte und der ihn stets Einsatz zeigen ließ, als ginge es um nicht weniger als sein Leben. Skoro hingegen kam, mit großen – leider kaum eingelösten – Hoffnungen verpflichtet, über die Jokerrolle nie richtig hinaus, doch ihm gebührt die Ehre, die nicht geführte Liste der wenigsten gespielten Derbyminuten pro Tor anzuführen …

Naumoski spielte für den GAK letzten Endes nur 22 Partien (in denen er 8 Tore erzielte), war jedoch bis zu seinem Abgang nach einem Streit mit Trainer Schachner Teil der Meister- und Cupsiegermannschaft. Besonders bei den Feierlichkeiten erwies er sich als wahrer Meister. Für Nordmazedonien hingegen bestritt er 45 Länderspiele (9 Tore).

Alen Skoro war immerhin drei Jahre beim GAK (63 Spiele, 17 Tore) – so lange wie in seiner Wandervogelkarriere am Stück bei keinem anderen Verein. Der Bosnier kam vom FK Sarajewo zu den Roten und war auch danach wieder für seinen Jugendverein tätig. Außerdem war er in Slowenien, Frankreich, der Schweiz, Kroatien, Polen und Mexiko für Vereine tätig und bestritt auch 10 Länderspiele für Bosnien und Herzegowina.

Skoro brauchte stets nur wenige Minuten für Tore gegen Sturm: in seinem ersten Derby spielte er zwar 79 Minuten, im zweiten nur 16 (jeweils kein Tor), in seinem dritten beim 4:0 erzielte er in 19 Einsatzminuten sein erstes Tor (aber in dem Spiel hatte man ja das Gefühl, dass die Sturm-Spieler Angst vor einer noch höheren Niederlage gehabt hätten), sein viertes Derby dauerte 25 Minuten (1 Tor), das fünfte nur 9 (1 Tor). Das sechste Derby Skoros (16 Einsatzminuten) endete generell torlos, das siebente sah Alen in der Startelf und sogar über volle 90 Minuten (1 Tor), sein achtes und letztes Derby dauerte wieder nur 26 Minuten (1 Tor). 8 Derbys, 5 Tore: keine schlechte Ausbeute, zumal er nur eines über die volle Spielzeit bestritt …

Igor Pamic erzielte in nur 10 gespielten Derbies beachtliche 7 Tore – manchmal auch mit dem Hinterkopf. Sturm war eindeutig der Lieblingsgegner des „Bullen“, der mit (zu?) großen Fan-Hoffnungen aus Rostock gekommen war. Die Roten sind nicht nur Pamics letzte Karrierestation als aktiver Profifußballer, sondern mit vier Saisons auch seine längste, auch wenn er in dieser Zeit „nur“ 66 Spiele (23 Tore) für den GAK bestritt. In der Rostocker Zeit hatte Igor auch 5 Länderspiele für Kroatien bestritten, für eine Nominierung in den WM-Kader des Dritten von 1998 reichte es aber nicht. An Davor Suker (Real Madrid) und Goran Vlaovic (Valencia) war er verständlicherweise nicht vorbeigekommen. Immerhin war er aber am GAK-Cupsieg 2000 maßgeblich beteiligt.

Große Namen – überschaubare Erfolge

Weniger oft als den hervorragenden Spielern schenkte der GAK südslawischen Trainern das Vertrauen. Unter ihnen befinden sich aber weltbekannte Namen, die allerdings bei den Roten durch die Bank wenig erfolgreich waren. Zlatko „Cik“ Cajkovski (immerhin Deutscher Meister mit Köln, Pokalsieger und Europapokalsieger mit Bayern München sowie griechischer Meister und Cupsieger mit AEK Athen) hielt sich 1981/82 nur 14 Runden, Ljubomir Petrovic (mit Roter Stern Belgrad immerhin Sieger im Vorläufer der Championsleague, dem Europacup der Meister) 1996 gar nur 9 Runden. Darüber hinaus waren vor allem ehemalige Spieler (Ekmecic, Rajkovic, Ceh) für unseren Verein auch als Trainer tätig. Ante Simundzas Trainerkarriere beim GAK endete 2012 hingegen nicht wegen ausbleibenden Erfolges, sondern wegen nicht vorhandener finanzieller Mittel. Einen prägenden Einfluss auf den Verein auszuüben gelang Milan Miklavic (Trainer 1992/93), indem er Ales Ceh zum GAK holte. Nach einem souveränen Herbstmeistertitel sah es auch im „Mittleren Play off“ zunächst nicht schlecht aus. Immerhin verlor der GAK in den ersten 10 von 14 Runden kein Spiel, auch wenn zu viele Unentschieden dabei waren. So wurde der Stadtrivale zunächst 2:0 und im Rückspiel gar 4:0 besiegt. Nach dem zweiten Derby war praktisch alles für den Wiederaufstieg angerichtet, doch es folgten nach einem „X“ drei Niederlagen in Serie und ein Unentschieden in der letzten Runde. Der GAK hatte den sicher scheinenden Erfolg auf der Zielgerade verspielt, und Trainer Miklavic musste Jahrhunderttrainer Hans Ulrich Thomale Platz machen.

Savo Ekmecic hielt nicht nur den ersten Cupsieg, sondern auch den Pokal fest
Savo Ekmecic hielt nicht nur den ersten Cupsieg, sondern auch den Pokal fest Fischer/Sammlung GAK 1902

Wieviele Kicker aus Jugoslawien braucht es für Erfolge?

Ein nicht ganz ernstgemeinter Faktencheck bringt ans Licht, dass 1981 beim ersten Cupsieg lediglich ein Spieler aus Jugoslawien im Kader stand (der allerdings ist unser Jahrhundertspieler), 2000 im Jahr von Cup- und Supercupsieg 3 (Dmitrovic, Ceh, Pamic), 2002 beim Cupsieg gegen den Stadtrivalen plus Supercupsieg 6 (Tokic, Dmitrovic, Ceh, Milinkovic, Bazina und Pamic) und 2004 beim Double 5 (Tokic, Milinkovic, Muratovic, Bazina, Naumoski).

Und wieviele Erfolge haben jugoslawische Spieler?

Jugoslawien: WM 2x unter den Top 4 (1930, 1962) bei 8 Teilnahmen; EM 2x Vize-Europameister (1960 und 1968); Olympische Spiele 1x Bronze, 3x Silber (1948 – 1956), 1x Gold (1960)

Seit 1992:
Slowenien: 2 WM-Teilnahmen, 2 EM-Teilnahmen
Kroatien: Vizeweltmeister 2018, Dritter 1998 bei 7 (!) WM-Teilnahmen, 3 EM-Teilnahmen, 2x Viertelfinale, dazu ein zweiter Platz in der UEFA Nations League 2023
Serbien: 5 WM-Teilnahmen, 2 EM-Teilnahmen
Bosnien und Herzegowina: 2 WM-Teilnahmen
Nordmazedonien: 1 EM-Teilnahme

Angesichts der hervorragenden Leistungen im Fußball verwundert es nicht, dass auch die Fankultur im südslawischen Raum sehr leidenschaftlich gelebt wird. Das Belgrader Derby oder Dinamo Zagreb gegen Hajduk Split gelten über die jeweiligen Landesgrenzen hinaus als Ereignisse großer Fanleidenschaft und die Ultra-Kultur ist seit Jahrzehnten etabliert. Diese Leidenschaft, im Verband mit der einmaligen Gastfreundschaft, dürfen wir seit einigen Jahren mit unseren Freunden aus Zenica erfahren. Auch auf den Tribünen ist der südslawische Grazer AK Wirklichkeit.

Mike Rath

Fotos: © Fischer/Sammlung GAK 1902
Titelfoto: Fast jede Saison fanden in den 60er- und 70er-Jahren Testspiele gegen den NK Maribor statt – hier der Torjubel von Walter Koleznik beim 1:0 am 11. April 1970 © Fischer/Sammlung GAK 1902
Anrissfoto: Bernard Vukas und Milan Zekovic am 20. August 1963 beim Training am alten GAK-Platz in der Körösistraße © Fischer/Sammlung GAK 1902

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