Das Fanherz ist bekanntlich sehr groß, wahrscheinlich größer als alle Fußballplätze dieser Welt gesamt. Ein Sieg ist immer möglich beziehungsweise nie unmöglich und muss doch wieder einmal passieren, gerade gegen RB Salzburg, meint zumindest das Fanherz.
Kurz in die Wirklichkeit rausgeschaut, waren die Wettquoten 1:4 gegen uns. Ein krasser Außenseiter waren wir für alle Medien außerhalb der Steiermark. Wer wills jemandem übelnehmen? Immerhin ging es um das Duell 11. Gegen den 1., sprich David gegen Goliath.
Nun, Trainer Feldhofer meinte im Vorfeld, er hätte eine Überraschung bereit, über die er nicht im Vorfeld reden will und das war gut so. Weil in der Aufstellung war keine wirkliche ersichtlich, wie auch, bei dem schmalen Kader hätte der Chef sich und Co-trainer Standfest mit aufstellen müssen, um zu überraschen. Aber Spaß bei Seite, der GAK 1902 begann überraschend druckvoll und voller Selbstvertrauen, ja war da was los!!! In der 3. Minute gleich Maderner, da sah man das Leder schon fast im Tor, Schlager musste erstmals seine Qualitäten zeigen. Nach einer Runde Chancen für uns war es in der 16. Minute so weit: Maderner geht in den Strafraum, schießt, geht sich knapp nicht aus, Klassen ist zur Stelle, dem Mann ist kein Winkel zu spitz und schiebt ihn zielgenau von der Outlinie in Richtung Tor, Pechvogel Drexler, bugsierte ihn sodann ins eigene Tor. Gratulation zu Klassen: Solche Schüsse überraschen bei uns in Österreich schon und sorgen sodann für das Tor.
Die Stimmung war sodann richtig groß, der Hunger war da nachzusetzen, aber leider blieb es beim Hunger. Wieder Chancen und Halbchancen die nicht verwertet wurden. Doch auch auf der anderen Seite, denn Neo-Torwart Franz Strolz stand immer seinen Mann, wenn es notwendig war. Dann ein Fehler bei uns auf der linken Seite und so ist dann der Bulle Konaté durch und macht sein Ding. Objektiv gesagt, war der Ausgleich nicht unverdient, weil der Druck zunahm, hätten wir aber zuvor noch ein zweites gemacht, wäre die Lust auf ein alkoholisches Leichtgetränk in der Pause größer gewesen. Auf alle Fälle hätte sich das Spiel mehr als 5731 Zuschauer verdient, kleines Detail: nur 137 Besucher durchschritten das Drehkreuz des Gästesektors 27, soviel einmal zu den amtlichen Zahlen.
In der zweiten Halbzeit war qualitativ nicht mehr so viel zu sehen. Wenn es sein musste, machten wir hinten gut zu, hatten das eine oder andere Mal auch Glück dabei, aber zugegebenermaßen war man auf unserer Seite zu diesem Zeitpunkt nicht unglücklich, das 1:1 halten zu können. Die Kraftreserven bei den Bullen schienen größer, unsere Pässe kamen nach zwei Zuspielen oft nicht mehr an, was in einem Spiel zum Tor des Gegners nicht förderlich ist. Okay, wir kickten gegen den Tabellenführer, aber dennoch wäre hier der Punkt, wo man die Schrauben anziehen könnte. Zugute schreiben kann man uns hier die standesgemäß gute Arbeit der Verteidigung und so endet das Spiel gerecht 1:1. An der Tatsache, dass nach einem Unentschieden eine gewisse Leere in den Augen mancher Spieler und Fans zu sehen war, erkennt man die hohen Ambitionen unseres Vereins. In Hartberg wollen wir jedenfalls endlich voll anschreiben. Im Zeichen des Fanherzes.
GAK vs. RB Salzburg 1:1