Der GAK gewinnt gegen den SC Weiz souverän mit 5:1. Jetzt genügt am Freitag in Vöcklamarkt ein Punkt, um den Aufstieg zu schaffen.

Paul Kammerer muss man nicht kennen. Der Autor dieser Zeilen kannte ihn auch nicht, bevor er den Begriff "Gesetz der Serie" googelte. Jetzt weiß er: Paul Kammerer war ein österreichischer Biologe, der ein Buch herausgab, dessen Titel Einzug in unser Sprichwörter-Vokabular fand. "Das Gesetz der Serie. Eine Lehre von den Wiederholungen im Lebens- und Weltgeschehen." hieß das wissenschaftliche Werk.

So weit, so unspannend. Und unspannend war auch das Spiel gegen den SC Weiz - freilich auf eine sehr angenehme Art und Weise. Unsere Roten dominierten den - gar nicht schlecht spielenden - Gegner klar, sorgten früh für die Entscheidung. Und da kommt nun Herr Kammerer wieder ins Spiel (!). Denn das Gesetz der Serie sollte diesmal in Weinzödl durchaus eine Rolle spielen. Zuerst spielte aber mal Dominik Hackinger eine Rolle - eine, die er besonders gut beherrscht: die des Torschützens. Gerade einmal sieben Minuten waren gespielt, als Philipp Wendler alleine auf das Tor zog, aber nicht abdrückte, sondern für Hackinger ablegte. Womit sich Wendler als erster "gesetzestreuer" Roter in diesem Spiel erwies. Denn das zieht sich wie ein roter (!) Faden durch unsere Spiele: Eigensinn ist für unsere Kicker ein Fremdwort - man ist nicht "geil" auf sein Tor, man ist "geil" auf ein Tor.

Und auch das zweite Gesetz der Serie hat Philipp Wendler als Verfasser seines Textes. Dessen Paragraph 1 lautet: "Wenn Philipp Wendler trifft, dann nur daheim." Zweimal bereits traf unser baumlanger Winterneuzugang bereits, beide Male daheim. Und gestern verdoppelte er seine Trefferanzahl schon in Halbzeit 1 mit dem 2:0 (35.) per wunderbarem Volley und dem 4:0 ganz knapp vor dem Pausenpfiif per großartigem Billardstoß ins lange Eck (Foto oben). Übrigens: Es gibt noch einen Paragraph 2 im "Wendler-Gesetz" - der lautet: "Auswärtstreffer sind ihm dennoch jederzeit gestattet!" Wir sind sicher, dass auch diese gesetzliche Bestimmung bald zur Anwendung kommt!

Dazwischen traf Dominik Hackinger zum 3:0 (43.). Per Elfmeter - der wieder in der für ihn so typischen Manier ausgeführt wurde. Das Gesetz zu dieser Serie trägt den Titel "Gesetz zur erfolgreichen Rollung des Balles über die Torlinie" und basiert auf den älteren Gesetzestexten der Herren Panenka und Pirlo.

Mit 4:0 ging es in die Pause, ein absolut verdienter Spielstand. Nicht weil die Weizer so schlecht waren - ganz im Gegenteil. Aber unsere Roten waren eben in dieser ersten Halbzeit absolut überlegen, hätten sogar noch das eine (Rother-Köpfler an die Latte) oder andere (Graf-Köpfler knapp daneben)Tor schießen bzw. köpflen können.

Und schon in der Pause war klar: Heute erleben wir eine weiter Verlängerung einer Serie. Nämlich jener, dass im Frühjahr auf jedes mühselige, wenig berauschende Auswärtsspiel ein großartiges, spielerisch begeisterndes Heimspiel folgt. Dem 1:0-Sieg bei den Sturm Amateuren folgte das 5:0 gegen des DSC, dem 0:0 in Lendorf ein 3:0 gegen Kalsdorf, dem 1:0-Sieg in Gleisdorf ein 5:0-Schützenfest gegen den FC Wels, und jetzt eben dem 1:0 in Völkermarkt ein hoher Sieg gegen die Weizer.

Wie hoch genau, das war in der Pause natürlich noch unklar. Und auch, ob Patrick Haider auch im 9. Spiel in Folge sein Tor reinhalten kann. Die (unerfreuliche) Antwort darauf gab es leider in der 60. Minute, als der - stets gefährliche - Weiz-Stürmer Danijel Prskalo auf 1:4 verkürzte. 781 Minuten war Haider ohne Gegentor geblieben - sensationell! "Jo mei, jede Serie reißt einmal", meinte er im Interview danach lapidar. Und fügte an, dass dies ja der Startschuss zu einer neuen Serie sein könnte.

Wir helfen gleich mal mit: Patrick Haider bekommt nur Tore, wenn der GAK bereits selbst vier Tore geschossen hat - so könnte die neue Serie heißen. Denn auch das vorletzte Tor, in der letzten Herbstrunde in Stadl-Paura, erhielt Haider erst, als der GAK bereits 4:1 führte.

4:1 hieß es also auch in Weinzödl - aber nur sechs Minuten lang. In der 66. Minute krönte Philipp Wendler seine großartige Leistung mit dem 5:1. Beeindruckend, wie der "Lange" gestern spielte. Genauso beeindruckend wie der Rest der Mannschaft - danke Jungs, dass ihr die Serie großartiger Heimspiele fortgesetzt habt. 

Und jetzt? Nach dem Gesetz der Serie steht nun in Freitag in Vöcklamarkt ein knapper, glücklicher Sieg auf dem Programm. Würden wir auch nehmen - aber in diesem Fall würden wir uns elf "Gesetzesbrecher" wünschen. Aber egal, wie - wenn der GAK in Vöcklamarkt einen Punkt macht, sind unsere Roten fix in die 2. Liga aufgestiegen. Gewinnen unsere "Buam" und verliert Stadl-Paura (spielt am Samstag in Gurten) sind wir nach dieser Runde auch Meister.

Stichwort(e) Aufsteiger und Meister: Unsere KM II besiegte gesten den Verfolger Kumberg mit 7:1 (!). Sechs Runden vor Schluss haben die Kammerhofer-Jungs zwölf Punkte Vorsprung! Großartig! Womit wir bei der letzten (Mini-)Serie wären: Auch der toll parierende Lukas Hösele konnte nur durch einen Elfer bezwungen werden.

Am Ende noch, wie immer, unser "Gesetz":

WE ARE GAK!